Was du tun kannst, wenn die Chemie zwischen Lehrer und Schüler nicht stimmt

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Ohje, dein Kind ist in der Schule und wird die nächsten Jahre mit diesem Lehrer verbringen müssen. Und du hast das Gefühl, dass du nichts tun kannst um deinem Kind zu helfen. Du bist ohnmächtig und du weißt genau, das wird in die Hose gehen, bei diesem Lehrer wird es dein Kind schwer haben.

 

Um hier weiter zu untersuchen, was zu tun ist, müssen wir zunächst die Schule verlassen und überlegen, wie finden sich eigentlich Schüler und Lehrer im normalen Leben, im Alltag, also nicht in der Schule. Denn immer wenn du einem Problem gegenüber stehst, kannst du die Lösung am besten finden, wenn du für dieses Thema eine Entsprechung in einem anderen Bereich findest. Du kannst dann viel besser verstehen, was eigentlich passiert. Du kannst in der Natur schauen, wie finden sich da Lehrer und Schüler. Du kannst auch deinen Körper als Entsprechung nehmen oder das Universum.

 

Ich möchte hier jedoch einmal zu meinen eigenen Yogastunden gehen. 10 Jahre meines Lebens war ich als Yogalehrerin tätig und es kamen viele Yogaschüler zu mir in die Stunden. Und genau da, in diesen Stunden habe ich verstanden, wie nun eigentlich Lehrer und Schüler sich finden und sich verstehen lernen. Eine Yogaschule ist irgendwie auch eine Schule, jedoch von den Regeln sehr weit weg von unserem Schulsystem.

 

Also, ich bin in meiner Yogaschule der Lehrer und gebe mein Angebot in den Raum oder in den Äther. Ich rufe sozusagen hinaus, dass ich Yogastunden anbiete. Ich bewerbe die Stunde oder ich werbe für mich. Und dann begegnen mir Menschen, die mein Angebot sehen und von mir hören. Da sind Menschen, die sagen, oh wie schön, das wollte ich immer schon mal ausprobieren und dann sind da auch Menschen, die sagen, nein, das ist nichts für mich.

 

In der „richtigen“ Schule geht das natürlich nicht so, wie du ja weißt. Doch lass mich erst einmal weiter von meinem Unterricht sprechen.

 

Ich gebe also mein Angebot in den Äther und dann kommen die ersten Schüler, wir begegnen uns und tasten uns ab, überprüfen, ob denn das Angebot auch mit den Vorstellungen der Schüler übereinstimmt. Ich als Lehrerin, schau, wie geht es mir dabei? Was fühle ich und was erzähle ich den Schülern. Es kann auch sein, dass ich mich nicht gut fühle, dann muss ich nach innen gehen und überprüfen, was muss anders sein.

 

 

 

Wenn du selbst schon mal anderen was erzählt hast oder Menschen etwas beigebracht hast, dann weißt du, dass, wenn begeisterte Menschen dir zuhören, dass es irgendwie andere Worte sind, die aus deinem Mund kommen, du kommst ins Fließen oder in einen Redefluss, du weißt dann selbst gar nicht so genau, wie du all diese Worte findest. Es kommt dann einfach aus dir heraus. Du hast dann das Gefühl, dass deine Zöglinge all das wissen wollen, was du sagst. Das ist der optimale Fall. In meinen Yogastunden bot ich immer die erste Stunde als kostenlose Probestunde an, denn ich wusste, die Menschen brauchen eine Kostprobe von meinen Stunden, damit sie wissen, ob es sich richtig anfühlt.

 

Viele waren vom ersten Moment an verliebt und wussten, dass sie hier ihre Ruhe oder Gelassenheit finden würden, die sie sich so sehr wünschten. Oder sie erkannten direkt die stärkende Wirkung auf ihren Rücken. Doch einige wussten hinterher, dass es zu anstrengend ist, zu schwer oder es einfach nicht ihren Vorstellungen entsprach. Sie bedankten sich für die Stunde und kamen nicht wieder.

 

Bis auf einmal. Und von diesem einen Mal möchte ich dir heute erzählen.

 

Eine gute Bekannte wollte auch zu mir in die Yogastunden kommen, sie dachte, dass wir dann hinterher immer noch etwas trinken gehen könnten und dass wir uns so öfter sehen würden. Sie kam nicht zu einer Probestunde, sondern meldete sich gleich zu einem 10 wöchigen Kurs an. Bereits nach der ersten Stunde war klar, dass Yoga nicht ihr Ding war.

 

… es war mühsam für mich die 90 Minuten zu überstehen!

 

Wir gingen nach der Stunde zu mir nach Hause und sie erzählte erstmal was sie alles doof fand. Mir kam es so vor, als ob sie die ganzen 90 Minuten nur dazu nutzte, um sich kleine Notizen zu machen, was ihr alles nicht gefiel. Doof war nur, dass genau diese Yogastunde auch von mir als nicht so bereichernd empfunden wurde. Im Gegenteil es war mühsam für mich die 90 Minuten zu überstehen, und das obwohl ich in fast allen Yogastunden in eine Art Flow kam.

 

Bei dieser Gruppe war alles anstrengend, bis auf ein einziges Mal. Es rief mich eine Schwangere an, ob sie an einer Probestunde teilnehmen könnte. Sie hätte schon jahrelange Yogaerfahrungen und wollte nun wissen. ob es für sie noch möglich wäre, in ihrem Zustand mitzumachen. Ich sagte ihr zu.

 

Ich unterrichtete also diese eine Stunde, mit der Schwangeren im Kurs und ich war hin und weg. Die Stunde war toll. Ich dachte, die Frau muss unbedingt wieder kommen, es ist so erfüllend. Ich konnte es mir nicht anders erklären, alles war leicht, beschwingt und die Worte sprudelten nur so aus meinem Mund heraus. Ich war total begeistert.

 

Doof war wieder nur, dass die besagte Teilnehmerin an diesem Tag nicht dabei war, weil sie im Urlaub war. Das war richtig Schade. Sie hätte es erleben müssen. Nun gut. Es war nun mal so. Doch in der nächsten Woche war es dann wieder schwer, meine Bekannte war wieder da und die Schwangere nicht.

Und dann, es dämmerte mir erst viel später, erkannte ich, dass es überhaupt nicht an der Schwangeren lag, sondern an der Abwesenheit dieser Teilnehmerin.


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In keiner anderen Yogastunde hatte ich Menschen dabei, die sich gezwungen sahen da zu sein, in keiner Stunde gab es Menschen, die Yoga nicht mochten. Es gab keine Menschen, die es blöd fanden, was ich zu sagen hatte. Im Gegenteil, alle Teilnehmer bedankten sich immerzu und waren so dankbar und glücklich, dass sie „mich“ als ihren Lehrer und diese, für sie richtigen Stunden gefunden hatten. Sie gingen mit großen Geschenken nach Hause. Es waren Geschenke wie, mehr Gelassenheit, weniger Überforderung, weniger Schmerzen und mehr Zufriedenheit und Glück im Hier und Jetzt. Nicht so diese Teilnehmerin. Sie konnte dem Ganzen nichts abgewinnen. Und das war es. Es war nicht richtig für sie da zu sein. Es war keine Entscheidung mit dem Herzen. Sie wollte eigentlich kein Yoga machen. Zum Glück entschied sie später, beim nächsten Kurs, dann doch lieber nicht mehr mitzumachen und ich war sehr froh und dankbar darüber.

 

Schüler und Lehrer haben keine Wahl

 

Das war meine kleine Erfahrung mit dem Thema Schüler und Lehrer und nun nehme ich dich wieder mit zurück zur Schule und unserem Schulsystem. Jeden Tag sitzen hier kleine Menschen, die als Schüler bezeichnet werden, und große Menschen, die als Lehrer bezeichnet werden in einem Raum zusammen und haben keine andere Wahl. Sie werden einfach zusammengebracht ohne auf ihre eigene Begeisterung zu achten. Kann mir dieser Mensch was geben? Bin ich hier richtig? Mag ich sein Angebot? Kann ich in meinem Gehirn umsetzen, was er sagt? Oder vielleicht scheint auch der Lehrer aus seiner Mitte zu fallen und kann dadurch nicht mehr wirklich Wertvolles beitragen, weil nicht nur ein einziger Schüler nichts von ihm wissen will, sondern 80% der Schüler interessieren sich nicht für das, was er zu sagen hat.

 

 

Da hat sich ein Mensch einen der wertvollsten Berufe ausgesucht, nämlich Lehrer zu sein. Anderen Menschen etwas beizubringen ist mit das Wertvollste, was man auf dieser Welt geben kann. Und dann sind da Kinder, die ihn, den Lehrer in seinem Beruf nicht gewählt haben und auch er hat viele dieser Kinder nicht gewählt. Die Kinder wollen nicht nehmen, was er zu geben hat. Und dann wird klar, beide, Schüler und Lehrer befinden sich in der Zwickmühle. Keiner der beiden findet in dieser Situation seine Erfüllung.

 

Und langsam beginnst du zu verstehen, dass die beiden in Wahrheit nicht Lehrer und Schüler sind. In Wahrheit treffen sich Lehrer und Schüler immer nur freiwillig, indem der Lehrer sein Angebot sichtbar macht oder in die Welt ruft, so wie ich zum Beispiel diesen Artikel schreibe und ich mir nichts mehr wünsche als Menschen, die „Ja“ sagen zu diesen Worten, die einen kurzen Moment verweilen und darüber nachdenken, Menschen, die in Freude leben wollen und sich den Druck des Schulsystems nicht mehr hingeben wollen. Und, ja, vielleicht werden diese Menschen sogar für eine Zeit lang zu meinen Schülern, aber nur, wenn ich ihnen was geben kann. Denn Lehrer und Schüler sind Geben und Nehmen. Bitte und Danke. Lehrer und Schüler sind Erfüllung und Freude. Es ist Freiwilligkeit und Freiheit. Und ganz besonders ist es Begeisterung. Auf beiden Seiten müssen die Augen leuchten.

 

Was kannst du für dein Kind tun?

 

Und jetzt fragst du dich vielleicht, was du denn nun tun kannst, für dein Kind, in dieser Situation.

 

Nun, es ist eigentlich ganz einfach. Werde dir zunächst der Tatsache bewusst, was hier eigentlich läuft. Ich glaube, du musst zunächst aus deinen Glauben an das Schulsystem herausfallen, das Schulsystem verlassen, in deinen Gedanken, indem du nicht mehr daran glaubst. Das Schulsystem ist ein ganz einfaches Glaubenssystem. Wenn du bemerkst, dass es sich nicht mehr richtig anfühlt, dann ist der erste wichtige Schritt getan. Viele Menschen warten darauf, dass das Schulsystem von anderen verändert wird, von Menschen, die etwas zu sagen haben, oder sie hoffen einfach, dass es zuende geht.

Ich glaube, dass sich das Schulsystem nicht von außen verändert, es ist ein innerer Prozess. Ein Prozess, durch den jeder einzelne durch muss. Du siehst vielleicht viele Menschen, die die Gurte immer noch strammer ziehen, aber das macht nichts. Es verändert sich gerade was und du liest vermutlich diesen Artikel, weil bei dir dieser Prozess gerade beginnt. Wenn du begeistert bist und mehr zu diesem Thema lesen oder hören willst, dann löst sich das Schulsystem gerade in dir auf.

 

Und wenn du dich diesem Prozess hineingeben möchtest, dann …

 

Finde zunächst Bespiele in deinem Leben, in denen du der Schüler bist, finde Situationen außerhalb der Schule, in denen du was lernst, überprüfe darin deine Freiwilligkeit und deine Begeisterung, Überprüfe Geben und Nehmen, Freude und Erfüllung. Und dann überprüfe, wo du in deinem Leben Lehrer bist, wo sind freiwillige Schüler in deiner Nähe, die von dir lernen wollen. Wie geht es dir dabei? Und wie wäre es, wenn du Menschen um dich hättest, die „NEIN“ zu dir sagen.

 

Wenn du verstehst, dass sich in der Schule zwei Gruppen treffen, die nicht zusammengehören, wenn du verstehst, dass auch der Lehrer nicht sehr glücklich ist, mit den meisten Schülern, dass er nichts sehnlicher verlangt, als Schüler, die „JA“ sagen zu ihm, dann brauchst du und dein Kind nicht mehr zu kämpfen. Schließe Frieden mit dem Lehrer und lass es gut sein. Es ist für eine geraume Zeit ein inneres ruhig werden mit der Situation, es vollzieht sich in dir eine Wandlung. Die Schule erreicht dich nicht mehr. Du wirst ruhig. Werde zum Beobachter und vielleicht entsteht dadurch soetwas wie Mitgefühl und Verständnis.

 

Wenn du als Lehrer diesen Artikel liest, dann erlaube deinen „anstrengenden“ Schülern im Geist abwesend zu sein. Ihr seid nicht füreinander geschaffen. Lass ihn in Frieden, nur so stört er deine Kräfte nicht. Mein Tipp für dich ist, lasse alle Widerstände gegen ihn los. Er verletzt dich dann nicht mehr in deinen Werten. Du brauchst nicht mehr zu kämpfen.

 

Lass ihn sein Ding machen und bewege deinen Geist raus, lerne ihn zu verstehen. Und du wirst Verständnis erhalten.

 

FAZIT

 

DIese Teilnehmerin und ich verstehen uns wirklich gut, wir haben gemeinsame Themen und lieben es uns zu unterhalten und voneinander zu lernen, wir geben einander sehr viel und es ist sehr erfüllend miteinander zu sprechen. Ich muss sie nicht abwerten, nur weil sie nicht mit mir ein Interesse teilt, welches in meinem Leben viel Gewicht hat. Es sind andere Themen, die uns zusammenführen. Und wer weiß, vielleicht trifft sie in der Zukunft eine andere Entscheidung. Ein „Nein“ ist endlich und kann zu einer anderen Zeit ein „Ja“ werden.

 

Wenn du jemanden anderen abwertest, dann tust du dir selber was an. Doch über das Thema sprechen wir an anderer Stelle. Jetzt gehe hin und beobachte die Wahrheit über Lehrer und Schüler, finde Entsprechungen und gerne erzähle mir darüber in den Kommentaren oder in einer Email an info@claudialake.de. Viele weitere Artikel von mir findest du auf www.claudialake.de.

 

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.

Deine Claudia Lake

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